2022 | © Michael Cremer
© Michael Cremer

Eröffnungstag in luftiger Höhe

PUBLIC VIEWING AUF DEM NEUEN KLETTERSTEIG

 

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Ressort Kommunikation

Die erste Idee für diese Anlage entstand vor fast zehn Jahren. Gemeinsam mit dem Mülheimer SportService (MSS) ließ der Mülheimer Alpenverein nicht locker. Im Herbst 2021 konnte der Klettersteig schließlich gebaut werden, nachdem alle rechtlichen Fragen und auch die Finanzierung geklärt waren. Am 21. Mai 2022 luden die Sektion und der MSS zum offiziellen Eröffnungstag - und das nicht nur zum Gucken, sondern auch zum Anfassen. Viele der geladenen Gäste ließen sich diese Gelegenheit nicht entgehen.

Auch die Bezirksbürgermeisterin Elke Oesterwind und Sparkassenvorstand Martin Weck wagten sich mit Projektleiterin Andrea Neugebauer, Jugend- und Ausbildungsreferent Heiner Riemer und dem Sektionsvorsitzenden Michael Cremer auf den anspruchsvollen Parcours längs der Vorlandbrücke auf dem MüGa-Gelände und konnten ihren Spaß beim Klettern kaum verbergen, während sie von MSS-Leiterin Martina Ellerwald, dem Sportdezernenten David Lüngen und Matthias Wierling, stellvertretender Vorsitzender des Mülheimer Sportbunds (MSB), vom Boden mit staunenden Blicken verfolgt wurden. Auch der städtische Sportausschuss war mit Werner Oesterwind, CDU, als Zuschauer und Timo Spors, Bündnis 90-Die Grünen, auf dem Klettersteig vertreten.

"Sie sehen hier die wohl außergewöhnlichste Sportstätte der Stadt", so Cremer bei seinen einleitenden Worten, der sich besonders beim MSS und den Förderpartnerinnen, der Sparkassenstiftung und der Leonard-Stinnes-Stiftung für die Unterstützung bedankte. Neugebauer und Riemer unterstrichen ihrerseits die gute Zusammenarbeit mit dem MSS. So konnte bereits Ende April die neue Boulderwand im Sportpark Styrum in Betrieb gehen, während mittlerweile neben der Harbecke-Halle und der Sporthalle Von-der-Tann-Straße auch die Turnhalle Mellinghofer Straße über Kletterwände verfügt. Das Unternehmen Harbecke hatte ebenfalls beim Bau des Klettersteigs geholfen, der in Zukunft übrigens nicht nur den Mitgliedern des Mülheimer Alpenvereins zur Verfügung stehen soll. So planen Sektion und MSS gemeinsame Aktionen, etwa im Rahmen von Ferien- und Schulangeboten.

2022 | © Michael Cremer
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"Gerade für Jugendliche ist der Klettersteig sicher ein Highlight", waren sich Jonas Höhmann und Johannes Michels, MSS, einig. Beide hatten das Projekt über die Jahre aktiv begleitet. Höhmann nahm denn mit Kollegin Danielle Beckord auch direkt Tuchfühlung mit der neuen Mülheimer "Via Ferrata" auf, um sich einen persönlichen Eindruck zu verschaffen. Klettern ist nach Meinung von MSS-Chefin Ellerwald mittlerweile mehr als ein Trend. Auch MSB-Vorstand Wierling teilt diese Auffassung. Schließlich sei der Mülheimer Alpenverein mit rund 900 Mitgliedern einer der größten Mitgliedsvereine des Stadtsportbunds. Und auch der Betrieb am MSS-Kletterturm auf städtischen Veranstaltungen zeige immer wieder eindrücklich die Begeisterung der Menschen für diesen Sport, so Ellerwald weiter. Der von der Unternehmensgruppe Tengelmann finanzierte Kletterturm war nach Aussage von Michels und Cremer seinerzeit so eine Art Initialzündung. Aber auch das Kletterzentrum Neoliet im Mülheimer Hafen habe dem Sportklettern einen enormen Schub gegeben, so Cremers Fazit.

Mit ihm bietet der Mülheimer Alpenverein bereits seit 2015 den integrativen Klettertreff InterVertikal an. Seit 2018 ist die Sektion auch anerkannter Stützpunktverein im Programm "Integration durch Sport" des Deutschen Olympischen Sportbunds (DOSB). Aktuell richtet sich dieses Angebot besonders auch an Menschen aus der Ukraine, die aufgrund des Krieges dort nach Mülheim kommen. Auch für sie dürfte der Klettersteig eine tolle Attraktion sein, um etwas Ablenkung vom Krieg und der Not in ihrer Heimat zu finden. Am Info-Stand von MSS und Alpenverein indes luden Slacklines und Disc Golf all diejenigen zum Ausprobieren ein, denen der Klettersteig eine Nummer zu hoch war, während das Geschäftsstellenteam mit selbstgebackenen Kuchen und Kaffee lockte. Beste Voraussetzungen also für weitere Ideen zum Thema "Klettern in Mülheim" also, von der Erweiterung der Klettersteiganlage über die Ruhrbrücke zur Innenstadt bis zur Einrichtung weiterer Boulderwände an den Brückenbögen.

"Es wird sich zeigen, was wo wie machbar sein wird", relativierte Cremer die Erwartungen und mahnte zu entsprechendem Realismus an. Schließlich müssten entsprechende Einrichtungen auch bespielt, genutzt und vor allem auch ehrenamtlich betreut werden können. Und dass es in den letzten Jahren nicht einfacher geworden sei, Ehrenamtliche für die Vereinsarbeit zu gewinnen, sei kein Geheimnis. Zwar wachse die Mitgliederzahl der Sektion stetig um zwei bis fünf Prozent pro Jahr, so Geschäftsstellenleiterin Monika Kubitscheck. Jedoch sinke ebenso stetig der Anteil derjenigen, die auch bereit seien, sich ehrenamtlich für den Verein zu engagieren. Umso wichtiger seien solche Treffpunkte wie der Klettersteig, um mit Mitgliedern direkt ins Gespräch zu kommen und sie fürs Ehrenamt begeistern zu können. Die nächste Gelegenheit hierzu gibt es übrigens schon am 19.06.2022, wenn der Mülheimer Alpenverein sein alljährliches Sektionsfest auf dem Geländer der Feldmann-Stiftung feiert.

Text: Michael Cremer