Danach setzten wir eine erste Hochtour auf den Fuscherkarkopf (3331m) über den Nord-West-Grat (Bild 3) auf das Programm als Übungstour und natürlich zur weiteren Akklimatisierung. Im Aufenthaltsraum des Franz-Joseph-Hauses haben wir am nächsten Morgen noch eine Trockenübung sichern am laufenden Seil mit Rücklaufsperre durchgeführt (Bild 4).
Hin und wieder sollte man auch an die eigenen Reserven denken. Deshalb haben wir vor der Glocknertour noch einen Ruhetag mit Shopping und vorzüglichem Abendessen beim "Kirchenwirt" in dem ausgesprochen schönen Städtchen Lienz eingelegt.
Der Aufstieg zur Stüdlhütte war bei sommerlichen Temperaturen ziemlich lang und schweißtreibend, obwohl es vom Lucknerhaus nur 900 Hm sind. Für Ostalpenverhältnisse haben wir auf der Stüdlhütte ein sehr internationales Publikum angetroffen, insbesondere viele junge Bergsteiger aus osteuropäischen Ländern.
Den Aufenthalt in der modernen Hütte haben wir sehr angenehm und gut organisiert in Erinnerung. Nach dem Frühstück sind wir um 5:20 Uhr aufgebrochen Richtung Stüdlgrat.
Nördlich der Stüdlhütte ging es auf einem etwas erdigen Pfad auf das 250m höher gelegene Teischnitzkees und weiter über den rechten Rand des Gletschers als 4er-Seilschaft (Bild 5) über eine gut ausgetretene Spur zum Einstieg in den Grat auf 3264m. Der Übergang vom Gletscher auf den Fels war eine der wenigen heiklen Kletterstellen, weil der Fels vom Gletscher glattgeschliffen, steil und nass war. Nach dem Übergang haben wir die Steigeisen abgelegt, und zwei 2er-Seilschaften gebildet für die Felskletterei (Bild 9).