2022 | © Mülheimer KlimaBündnis

Wie lässt sich der Bauturbo klimaschonend gestalten?

Anregungen vom Mülheimer KlimaBündnis

22.06.2026

Der sogenannte Bauturbo soll nicht nur der akuten Schieflage am Wohnungsmarkt entgegenwirken. Er ist auch ein wichtiger Baustein beim Bürokratieabbau. Umso wichtiger ist es also, dass er in andere zentrale, strategische Zielsetzungen der Kommune integriert wird. Eine dieser ist die 2035 angestrebte Klimaneutralität und das hierfür vom Stadtrat beschlossene integrierte Klimaschutzkonzept 2035.

Das Mülheimer KlimaBündnis schlägt daher vor: 

1. Entwicklung von Leitlinien: Politik und Verwaltung sollen für den Bauturbo klare Leitlinien formulieren, um die Beteiligung der Öffentlichkeit und von Bürger*innen zu erleichtern, insbesondere aber auch potenziellen Investor*innen klare Eckpunkte für ihre Planungen zu kommunizieren, um Planungssicherheit herzustellen. Diesbezüglichen Verwerfungen wie im sog. Parkstadt-Projekt in Mülheim-Speldorf könnten so in Zukunft vermieden werden.

2. Emissionsbilanzierung: Konkret bezogen auf das aktuelle Planverfahren Parsevalstraße (sog. Ventus-Quartier) in Mülheim-Raadt könnte das bspw. bedeuten, dass sowohl die Baumaßnahmen als auch der spätere Betrieb der Wohn- und Geschäftseinheiten konsequent und umfassend emissionsbilanziert werden, um eine sichere Einschätzung zu den Klimawirkungen solcher Vorhaben zu bekommen, die für die Handhabung späterer, ähnlich gelagerter Projekte mehr Sicherheit geben würde.

3. Strukturierung der Öffentlichkeitsbeteiligung erleichtert die Arbeit der Verwaltung: Schlussendlich könnte auch die öffentliche Beteilung an solchen Verfahren belebt werden, wenn betroffene Bürger*innen lebensnähere Informationen erhalten und Fragenfelder für ihre Beteiligung konkretisiert und formuliert werden. So könnte im Ergebnis mehr Transparenz, aber auch mehr Struktur in der Beteiligung der Öffentlichkeit entstehen und sie nachhaltig fördern, was sich letztlich auch positiv auf die Arbeit der Stadtverwaltung auswirken würde, weil auch sie dadurch mehr Planungssicherheit erfährt.

4. Einbindung der etablierten Verfahren in die Quartiersentwicklung: Wenn dann solche Planverfahren selbstverständlich in eine übergreifende, nach entsprechenden Leitlinien ausgerichtete Quartiersentwicklung eingebunden sind, erleichtert dies auch die Einbeziehung lokaler Akteur*innen und Unternehmen, die ihre Expertisen einbringen können, etwa bei der Wärme- und Energieversorgung.

GEMEINSAM | 2035 | KLIMANEUTRAL

 

ANSPRECHPARTNER*INNEN

Michael Cremer, DAV | Anke Schniewind, Bürgerin

 

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Das Mülheimer KlimaBündnis bietet eine Plattform für Mülheimer Vereine, Verbände, Einrichtungen und Bürger*innen zum Austausch über Mülheims Weg in die Klimaneutralität bis 2035, der so konstruktiv begleitet und mitgestaltet werden soll. Die Initiator*innen gaben seinerzeit den Impuls zur Feststellung der Klimanotlage durch den Rat der Stadt im Juni 2020.